Ich möchte hier weniger auf die bekannten „Jump and Run Spiele“, „Kriegs- und Actionspiele“, „Rollenspiele mit Überlebenscharakter“, „Horror- oder Gewaltspie­le“ eingehen, die ohne Zweifel schädlich sind für den Anwender, ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener. In diesen Spielen geht es in der Regel um Projektion, Macht, Tod und Gewaltausübung, Reaktionsfähigkeit und Geschicklichkeit der Auge-Hand-Koordination um zum virtuellen Krieg ausgerüstet zu sein. Wie bei jeglichen Kampf- und Gewaltspielen finden Desensibilisierungsprozesse statt, die das Empfinden für die Wirklichkeit trüben, Hemmschwellen für Gewalt abbauen und Macht- und Größenphantasien füttern.

Diese Computerspiele haben besonders subtile Wirkung, da sie in der Regel so aufgebaut sind, dass ein Weiterkommen nur möglich ist, wenn wirklich alle Gefahren überwunden werden, getötet und abgeschossen sind, um dann den nächsten Level zu erreichen. Hier wird die natürliche Spielmotivation, weiterkommen zu wollen, dadurch pervertiert, dass permanente Wiederholungen von abschreckenden Szenen bei Fehlern aufgezwungen werden und keine Chance besteht, auf anderem Wege zum Erfolg zu kommen.

Die Wiederholungen wirken den Suchtcharakter des Spieles und machen gefühllos und isoliert. Häufig erzählen mir Kinder, die zu Hause Gewaltspiele am PC spielen „das ist doch nur ein Spiel“. Ich beschreibe ihnen dann, dass Gewalt Gewalt bleibt, auch wenn sie nur in der Vorstellung oder im Spiel stattfindet. Am Computer seien sie jedoch selbst die Agierenden und Entscheidenden, sie würden schießen und die Maustaste bedienen, sie würden dabei den Machtrausch erleben auch mal am längeren Hebel zu sitzen und die Folgen auch noch zu sehen und zu hören. Der Schritt, diese Empfindungen auch im Alltag auszuprobieren, sei dann meist kein großer mehr, da ja alles schon im Kopf, im Ohr und übers Auge stattgefunden hat. Wenn ich dann nachfrage, welchen Grund es dann gebe ,die Spiele zu spielen, wenn doch gar keine Absicht bestünde gewalttätig zu handeln, hat schon so manches Kind/Jugendlichen zum Nachdenken angeregt oder in Verlegenheit gebracht; vor allem, wenn ich darauf hinweise, dass wir mit unserer Beteiligung an diesen Spielen auch so tun als ob Gewalt etwas Normales sei und eigentlich nicht das Problem für uns. Und wenn ich mir aus dieser Perspektive bestimmte Situationen in Familien anschaue, gilt Gewaltanwendung dort als etwas Normales oder Harmloses, weshalb die Kids in diesen Spielen lernen wollen, mit den Erwachsenen mithalten zu können.

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